Sounding Modernities

Sounding Modernities: Theatre and Music in Manila and the Asia Pacific, 1869-1946

 

Doctoral Project (2010-2014)
Ludwig Maximilians Universität München
Funded by: the Deutsche Forschungsgemeinschaft/German Research Foundation (DFG) “Global Theatre Histories”

Summary

The arrival of modernity is often hailed in visual terms, but not as much as with the heraldry of its concomitant proliferation of sound, nor in how the modern society dealt and organized what they were hearing. In the same way as to how performance scholars engage theatre moving beyond its dramatic literature towards performativity, I propose to tune into the act of listening and performing in sound/music production and consumption as the ground zero of investigation. From here, I want to inquire into the process of an acoustic epistemology, or what Steven Feld (1996) calls ‘acoustemology’. What does hearing and listening as a mode of knowledge-gathering and knowledge-making offer in the understanding of history? What kind of ‘acousteme’ does this knowledge modality reveal in our understanding of the history of modernity in Manila and Southeast Asia?

In the period that Hopkins (2002) calls the age of modern globalization, and what Bayly (2004) historically marks the ‘beginning of the modern world,’ when colonial Southeast Asia was inextricably entangled into global modernity, I examine the ‘soundings’ of modernities in Manila and Asia Pacific. My research surveys the spread of town bands and music theatre as part of the modernist aspirations of Singapore, Medan, and Shanghai. Consulting primary and secondary materials across different archives in Asia, I investigate the crucial role of the Manila musicians in this acoustic modernization project across the Asia Pacific. Centripetally, I examine the arrival of travelling musicians, theatre and opera companies which re-casted listening into an act of modern cultural consumption. Centrifugally, I trace the migration of Manila musicians as they engaged in the modernization project of its neighboring Asian cities.  In the years spanning1869 and 1948, the globalization of capitalist relations, the improvement of transcontinental travel and worldwide communication, as well as the tolerant political regimes provided the milieu in how modernization of music consumption instigated the ‘uniformization’ in the commodification of various cultural products and processes, while simultaneously fragmenting societies into distinct identities, institutions, and nascent nation-states.

To understand how modernity was imagined, heard and embodied, I explored the intersections of sound studies, theatre history, musicology, and performance studies. By synaesthetically comparing Hans Belting’s(2001, 2005)  iconology theory into what I propose as an Anthropology of Sound, I argue that the sound of modernity is inextricably intertwined with its mediated form (music) and its embodiment. Taking the performing bodies of the Manila musicians as the locus of sound, I argue that the global movement of acoustic modernit(ies) was replicated and diversified through their multiple subjectivities within the entanglements of empire, nation, and individual agencies.

Kurzzusammenfassung

Der Beginn der Moderne wird oft in visuellen Begriffen gefasst, weniger in Bezug auf die rasante Zunahme an Tönen und Geräuschen oder die Frage danach, wie die moderne Gesellschaft mit dem, was sie hörte, umging und wie sie es einordnete. So wie Theaterwissenschaftler ihre Auffassung des Theaters über die dramatische Literatur hinaus um den Begriff der Performanz erweitert haben, möchte ich  vorschlagen, den Akt des Zuhörens, die performative Aufführung von Klang/Musik und deren Rezeption als Forschungsgrundlage zu setzen. Darauf aufbauend, möchte ich dem Prozess einer akustischen Epistemologie oder, nach Steven Feld (1996), einer „Akustemologie“ nachforschen. Welchen Einfluss haben Hören und Zuhören als Techniken der Wissensaneignung und -produktion auf das Verständnis von Geschichte? Welche „Akusteme“ offenbart diese Art des Wissens in unserer Auffassung der Geschichte der Moderne in Manila und Südostasien?

In meiner Dissertation analysiere ich die „soundings“, das Echo der verschiedenen Modernen in Manila und dem asiatischen Pazifikraum in der Zeitperiode, die Hopkins (2002) das Zeitalter der modernen Globalisierung nennt und die Bayly (2004) als historischen „Beginn der modernen Welt“ bezeichnet – eine Zeitperiode, zu der das koloniale Südostasien bereits unabwendbar anfing, sich in die globale Moderne zu verstricken. Mein Forschungsprojekt untersucht die Ausbreitung städtischer Musikgruppen und von Musiktheater als Teil der modernistischen Bestrebungen Singapurs, Medans und Shanghais. Mithilfe von Sekundär- und Primärquellen aus verschiedenen asiatischen Archiven erforsche ich die entscheidende Rolle, die Musiker aus Manila für dieses akustische Modernisierungsprojekt im asiatischen Pazifikraum gespielt haben. Manila zum Zielpunkt nehmend, betrachte ich die Ankunft von reisenden Musikern, Theater- und Opernensembles, die das Hören in einen Akt modernen Kulturkonsums verwandelten. Manila als Ausgangspunkt wählend, verfolge ich die Wanderungen von Musikern aus Manila, während diese in den Modernisierungsprojekten der asiatischen Nachbarstädte aktiv waren. Zwischen 1869 und 1948 bereiteten die Globalisierung kapitalistischer Beziehungen, die Verbesserungen auf dem Gebiet der interkontinentalen Kommunikation und des interkontinentalen Reisens sowie liberale politische Regime das Milieu, in dem die Modernisierung des Musikkonsums eine „Uniformität“ in der Kommerzialisierung unterschiedlichster Kulturgüter und kultureller Prozesse bewirkte – während gleichzeitig Gesellschaften in verschiedene Identitäten, Institutionen und neu aufkommende Nationalstaaten fragmentiert wurden.

Um zu verstehen, wie die Moderne imaginiert, gehört und verkörpert wurde, habe ich die Schnittmengen von Klangstudien, Theatergeschichte, Musikwissenschaft und Performance Studies erkundet. Indem ich synästhetisch Hans Beltings (2001, 2005) Theorie der Ikonologie mit etwas vergleiche, das ich „Anthropology of Sound“ (Anthropologie des Klangs) nenne, argumentiere ich, dass der Klang der Moderne unentwirrbar mit seiner mediatisierten Form (Musik) und deren Verkörperung verbunden ist. Die performenden Körper der Musiker aus Manila als Ort des Klangs verstehend, postuliere ich, dass die globale Bewegung akustischer Moderne(n) durch vielzählige Subjektpositionen im Netz aus Imperium, Nation und individueller Handlungsmacht repliziert und diversifiziert wurde.

 

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