»Echoing Europe – Postcolonial Reverberations«

»Echoing Europe – Postcolonial Reverberations«

On 16 May, I will be premiering a new music theatre/sound performance piece entitled »Echoing Europe – Postcolonial Reverberations«. You can read the dramaturgical notes on the Theater Ballhaus Naunynstrasse website. Tickets are now available on the Berlin Bühnen website. (Up there is a picture at the rehearsal studio.)

If you are in Berlin, it would be lovely to see you there!


“Zwischen „Musik“ und „Geräusch“ verläuft eine Grenze – mit all der Gewalt, die Grenzen mit sich bringen. In Echoing Europe re-arrangiert meLê yamomo, Performer und Wissenschaftler für Sound-Studies, das europäische Musikverständnis als Kolonialgeschichte.

Lärm, Krach, Rauschen, die Schallwellen treffen auf das Trommelfell. Geräusche sind physische Berührungen. Die Berührung mit etwas Unbekanntem. Würden wir es verstehen, wäre es vielleicht „Musik“. Wer fällt das Urteil, was ein „Geräusch“ ist?  Für wen wäre es „Musik“? Halten wir diese Berührung aus?
 
In Berlin, in den umfänglichsten Archiven der Welt, lagern Tonaufnahmen als Trophäen einer kolonialen Klang-Aneignung. Das tragbare Grammophon machte aus den flüchtigen Ereignissen transportierbare Rohstoffe für die wissenschaftliche und geschichtliche Konstruktion Europas und sein „Außen“. Was hören wir heute in diesen Aufzeichnungen? Was bedeuten sie für die Konstruktion unseres Bildes von Europa, der europäischen Musiktradition, für die Konstruktion der „Anderen“? meLê yamomo beschäftigt sich seit Jahren eingängig mit den historischen Aufzeichnungen und klanglichen Verflechtungen.  
 
Mit Echoing Europe schafft meLê yamomo im Ballhaus Naunynstraße eine neue Lautkammer: elektronische Musik und historische Tondokumente, Aufzeichnungen zu den Berliner Archiven und ihrer gegenwärtigen Politik bilden die Elemente seiner musikalischen Erzählung. Seine eigene Rolle, seine Beweglichkeit und erzwungene Erstarrung in den postkolonial wissenschaftlichen und kulturellen Verhältnissen bilden darin eine zentrale Frage. Nach seiner Teilnahme am internationalen Performancefestival Permanente Beunruhigung ist dies nun die erste Arbeit des transnational agierenden Performers am Ballhaus Naunynstraße.”